Ich mach, was mir gefällt: Das ist sie, die Essenz meiner Reise. Meine neue Arbeits- (und Lebens-) Philosophie, sozusagen. Ist das nicht etwas egozentrisch, Herr Klaus? Ich glaube nicht: Ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben.
Ich kenne das Büro. Es kann nett, ja sogar spaßig sein. Je nachdem. Aber oft war es für mich dies: eine enorme Verschwendung meiner Lebenszeit. Am Büro an sich liegt es natürlich nicht, es ist völlig unschuldig! Aber die Gruppendynamiken eines Teams führen zumeist dazu, dass man eben nicht sagen darf: „Oh, es ist nichts zu tun, ich geh jetzt, bis dann!“ Nein, das ist nicht okay, und deswegen bleibt man sitzen und wird eine Koryphäe im großen Feld der Arbeitssimulanten. Bekommt Rückenprobleme. Und geht pünktlich und latent unzufrieden in den Feierabend.
Ich will nur noch meine Zeit verschwenden, wenn ich Lust drauf hab. Und dann richtig.
Ich habe ein Bedürfnis nach Sicherheit. Doch eins glaube ich: es gibt wenige Orte auf der Erde, wo man weniger Angst haben müsste vor den Unbilden des Schicksals als in Deutschland. Trotzdem wächst das Sicherheitsbedürfnis ständig an; egal ob ich – objektiv – gut behütet bin, subjektiv scheint es immer zu wenig. Also: Risiko vermeiden. Wenn ich in einem festen Arbeitsverhältnis stehe, gebe ich die Verantwortung ab und bekomme jeden Monat mein Gehalt. Feine Sache.
Doch wer entscheiden will, über sich und seine Zeit, muss Verantwortung übernehmen. Ich will selbst bestimmen, wann ich arbeite und wann ich andere Dinge tue. Wie ich mein Leben gestalte, und nicht nur die wenige Zeit, die übrigbleibt, wenn ich abends nach Hause komme, zu oft müde und genervt.
Ich warte nicht darauf, dass mich der Staat durchfüttert, und liege derweil auf der faulen Haut. Aber es ist gut zu wissen, dass ich ihn im Rücken habe, und er mich sogar bei meinen Vorhaben unterstützt.
Spaßgesellschaft. Ein tolles Wort. Was ist denn so schlecht daran? Wenn mehr Menschen Spaß hätten, würden nicht so viele mit einer gequälten Fresse durchs Leben stapfen. Wenn man Freude an einer Sache hat, wird sie fast automatisch besser. Und gute Arbeit bringt Erfolg.
Nun: Ich bin nicht (nur) ein Träumer. Ich weiß, dass ich viele Dinge machen muss, die keinen Spaß machen. Bürokratie besiegen, Akquise starten, vieles andere. Aber es ist trotzdem etwas anderes, wenn ich Unangenehmes für ein Ziel erbringe, was mich antreibt. Eine Sache, hinter der ich stehe, die ich selbst forme. Und ich weiß: Wenn man diese Dinge erstmal angeht, sind sie nur halb so schlimm.
Ich mag es zu arbeiten, auch viel, vor allem wenn ich meine Vorstellungen umsetzen kann.
Zeit. Wie habe ich sie genossen im letzten Jahr. Selbstbestimmte Zeit, freie Zeit, Zeit mit Freunden, Zeit allein. Zeit um was zu schaffen, Zeit um den Kopf klarzubekommen, oder um anderen zu helfen. Für Dinge die zählen, langfristig. Und auch, um sie gepflegt zu verplempern.
Zeit ist mein Luxusgut, und mir viel wert. Mehr als ein Auto, oder anderer Krams. Sogar mehr als Reisen.
Mein Lebensinhalt ist nicht mein Job. Er ist nur eine Facette, eine Wichtige allerdings.
Beim Reisen habe ich eine tiefgreifende Erfahrung gehabt: Irgendwie läuft’s schon. Und meistens gut. Darauf vertraue ich – auch zurück in der Heimat. Und bisher kann ich mich nicht beklagen. Mein Privileg: Ich muss gerade nur auf mich selbst achtgeben. So wie auf der Reise. Eine Chance, die ich nicht vorbeigehen lassen will. Ich darf Scheitern.
Deswegen mach ich mich jetzt selbstständig, und tue nur das, was mich interessiert.
Zumindest so lange, wie ich‘s mir leisten kann.
ich werte das als zustimmung, fritz… grüße nach japan
Also selbstständiger Grafiker? Oder selbstständiger Tourist?
Schreib’ doch Reiseführer! Die Vorstellung ist gar nicht so utopisch. Du hast den Grimme-Preis. Es gibt sicher einige Verleger, die dich gern in ihrem Boot sitzen sehen würden. Und du kennst dich aus in der Welt.
Perfekte Voraussetzungen!
für gute ideen bin ich sowieso offen
Guter Text. Nein, sehr guter Text. Bleibt nur noch die Frage, für welche Arbeiten Du Dich zukünftig mit Geldscheinen bewerfen lässt?
gute frage, guido, ich schau mal…
Schön zu hören Mr. Freelancer to be. Freue mich schon der Agentur Klys hier und da nen Job zuwerfen zu dürfen.
sehr gute einstellung, mr. god of the code.
Ich wünsche Dir viel Erfolg, ausreichend Durchhaltevermögen und die nötige Portion Glück (oder Dusel, wie man sagt), um das alles genau so leben zu können.
Leider entfernen sich viele mit jedem Monat nach ihrer Reise wieder ein wenig von den so schön errungenen Erkenntnissen.
Frage mich nicht warum, aber ich denke, Du kannst das besser schaffen, als andere.
Bleib bei “Keep the flow” statt zu dem “Remember your flow” zu werden…
Oje, Dauerregen und Rotwein in Pai… da tippt es sich leicht dahin
pai, pai, pai, irgendwann muss ich da wohl doch noch hin – aber erstmal schau ich in hamburg vorbei. dann frischen wir mal etwas flow auf.
au ja, mach was dir gefällt, klys, da freu ich mich drauf!
super, dann freuen sich ja schon zwei
Word! Guter Plan.:)
ob man das schon plan nennen kann?
egal.
Ich wünsche dir dabei alles Gute und bin mir sicher, dass du deinen Weg gehst! du bist ihn letztes Jahr auch gegangen und es war ein “Erfolgsweg”! für dich, aber auch deine “Kunden”, die deinen Blog miterleben durften!
danke, jens!
Daumen hoch!
Servus aus Thailänd.
wir sehn uns noch…
Yeah Johannes! Ich find’s grandios!
Mach et Jung, mach et!
mal schauen, ob das klappt mit eurem photowalk, wäre nett!
Ja, Johannes!
Alles ist gut, und alles wird gut… mit deinem unbestechlichen (Ur)-Vertrauen ins Leben kann nichts wirklich schief gehen…!!
Und dein Plädoyer für “Zeit” – Zeit, für das, was du wirklich willst – spricht mich sehr an! Grüßle aus der Schweiz.
liebe grüße zurück, und bis bald!
Ist gewiss die richtige Entscheidung. Ich wünsch dir auch alles Gute, viele interessante Projekte und coole Kunden. Mach dein Ding, so wie du es die letzten Monate getan hast, mit Leidenschaft und Spaß. Das wird prima …
ja, susie, das ist die idee, und ich glaube auch dran. auf bald und liebe grüße an rob & cody!
Alles Gute, viel Glück und positive Vibes!
Ich bin vor einigen Jahren aus einer Festanstellung heraus auf Reisen gegangen und habe mich mit der Energie, die ich unterwegs gewonnen habe, und der Klarheit darüber, was ich will und was nicht, selbständig gemacht. Kann Dir nur dazu raten! Bei mir hätts nicht besser laufen können.
@Daniela, danke!
@julia, klingt gut, macht mut…
Toll, vielen Dank, du hast mir wieder mal aus der Seele gesprochen und ausgedrückt was mir auch schon lange irgendwie durch den Kopf geht.Aber ich konnte es nicht so treffend auf den Punkt bringen. Sehr inspirierend! Ich denke darüber mal die noch kommenden 8 Monate meiner Reise nach.
Schöne Grüße aus Rio
da haste ja noch etwas zeit, viel spass beim denken und reisen…
Famos. Da bleibt mir, dir viel Erfolg zu wünschen, Vehemenz in der Sache, realisierbare Flausen bei Umsetzung und Schotter auf dem Konto. Sobald ich reich bin, werde ich deinen professionellen Rat mal in Anspruch nehmen. Heureka!
aber das wird teuer, herrje…
was anderes hab ich auch gar nicht erwartet
.
viel erfolg, klys! es sei dir gegönnt.
danke!
Du weisst schon warum ich einfach nur mal “DANKE FUER DEN TEXT!” sage…
Es war, glaube ich, Goethe, der sagte: “Es gibt drei Worte, die zum Erfolg führen, machen, machen, machen.” Insofern: Mach es! Und freu dich dran! Ich würde diese Freiheit nie wieder aufgeben wollen, auch wenn’s manchmal holprig ist.
mach ich!
Auch von Goethe (und mein Motto, liegt immer auf meinem Schreibtisch):
“Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und einen festen Entschluss an.”
In jedem Fall: sehr schöner Text, klys!
[...] Ich mach, was mir gefällt [...]
wie nett!
ich kann nur sagen: du hast so verdammt recht. viel glück beim selbständigmachen
übrigens die beste entscheidung meines lebens!
sehr schön! dann freu ich mich noch mehr…
Sicherheit ist eine süße Illusion
Ich hab hier ne ganze Station voller Patienten, die plötzlich und ziemlich brutal aus ihrer Sicherheit gerissen wurden….die meisten müssen neu anfangen. Über Erfolg und Mißerfolg, Leben oder Tod entscheidet ganz maßgeblich die Einstellung, und die hast du ja
Trotzdem viel Erfolg und viele Grüße aus Berlin
leider gar nicht, zumindest nicht dieses Jahr…ich brauche die Zeit für die Doktorarbeit ^^
Geh deinen eigenen Weg und halte an deinen Idealen fest. Gar nicht so leicht, wenn man erst mal eine Zeit lang zurück ist. Danke für die Worte, bei mir ist es schon etwas in Vergessenheit geraten.
ich probiers mal, zum glück ist mein orientierungssinn ziemlich übel, da seh ich mehr von der welt.
ich auch!
pia, du hast aber blaue augen. ich hab so nen undefinierbaren grün-braun-orange-mix, aber im pass steht braun. so ein quatsch.
Gute Seite, gute Lebenseinstellung!
Du wirst auch damit ans Ziel kommen!
Dein Text kommt mir indirekt bekannt vor. Entweder du macht es bewusst, oder oderbewusst.
Die Theorie dahinter, heißt OPA
Outcome
Purpose
Actionplan
Ist ne “alte” Lebensweisheit von Tony Robbins.
Google mal danach.
“Scheiss” auf die anderen, ziehe dein Ding durch und dann geht es in die Richtung, die du willst.
Viel Erfolg bei deinem Leben
Grüße Tom – der auch gerade ne Reise gemacht hat und nun wieder in D ist. (2 Monate USA)
kenn ich noch nicht – die theoretische grundlage (
) ist bisher selbstgebastelt. werds mal googlen… danke für die wünsche, ich hoffe dir blüht auch was schönes…
Mann, das ist so gut zusammengefaßt, dass ich es gerade mal eben in meinem Blog verlinken werde.
Da ich an Gott glaube, habe ich natürlich keine Lust, es dem Zufall zuzuschreiben, dass ich es erst jetzt, wo ich es auch verstehen kann, lese.
danke, und weiter eine sehr gute reise!
[...] http://reisedepesche.de/2011/07/ich-mach-was-mir-gefallt/ [...]
gutes motto! guter text!
da möchte ich auch gern hin.
trau mich noch nicht.
alles gute!
nur mut, bine… wird schon irgendwie
Punkt 5: Alles wird gut spricht mir absolut aus dem Herzen. Das ist DIE Erfahrung, wenn man alleine unterwegs ist…”Ich muss gerade nur auf mich selbst achtgeben.” Auf Reisen lernt man, dass man das kann!
(klar, vorher weiß man es nie … das nennt man dann Reisefieber). Vielen Dank für Deinen Beitrag.
eine schöne erfahrung, nicht wahr?
jepp, für mich war es die erfahrung zwei zu sein … nur ich… mich selbst zu tragen. ich hab das nur in der fremde so erfahren.